
![]() |
Ziele auf der Ebene des Verhaltens Wirkung auf der Ebene der Körperreaktionen Lernen unter Mitwirkung von Emotionen |
||||||||||
Methode Selbstsicherheit ist lernbar, sowohl für Notsituationen wie auch für den Alltag. Mit dem Ziel, Gewalt zu minimieren, wollen wir eine Veränderung in unseren Kursteilnehmenden anstossen, die die Selbstsicherheit von innen heraus stärkt. Dabei sprechen wir alle Ebenen des menschlichen Erlebens und Verhaltens an: Verhalten, physiologische Körperreaktionen, Emotionen, Kognitionen. IMPACT SelbstSicherheit arbeitet mit direkter Konfrontation, d.h. mit einem Angreifer in Schutzrüstung, der sich sowohl verbal als auch im physischen Angriff realitätsnah verhält. Die Schutzrüstung und Ausbildung der Trainer erlaubt es, alle Kämpfe mit voller Kraft durchzuführen. Die Aktivierung der Stressreaktionen ist ein wichtiger Bestandteil der Methode. Ebenso wichtig ist es, dass die Teilnehmenden während der Übung gecoacht und unterstützt werden. Obwohl es sich um eine nachgestellte Situation und nicht um eine reale Bedrohung handelt, gelingt es durch die direkte Konfrontation, realitätsnah zu arbeiten. Teilnehmende erleben, wie sie körperlich und psychisch auf einen Angriff reagieren, und lernen, wie und dass sie dabei handlungsfähig bleiben können – das alles obwohl klar ersichtlich ist, dass sie sicher aufgehoben und nicht real bedroht sind. Es ist uns wichtig, Power und Achtsamkeit zu verbinden. Wir arbeiten direkt, intensiv, konfrontierend, setzen die volle Kraft ein. Gleichzeitig arbeiten wir mit Achtsamkeit und Sorgfalt, um einen gesunden Lernprozess zu ermöglichen. |
|||||||||||
1. Ziele auf der Ebene des VERHALTENS 2. Wirkung auf der Ebene der KÖRPERREAKTIONEN 3. Lernen unter Mitwirkung von EMOTIONEN 4. Theorie-Inputs für die KOGNITIVE Einbettung |
|||||||||||
|
1. Ziele auf der Ebene des Verhaltens Kursteilnehmende lernen, in verschiedenen Situationen angemessen und frühzeitig zu reagieren. Die Basis dafür bildet das frühzeitige Erkennen von Gewaltdynamiken und Grenzüberschreitungen. Konkrete Übungsinhalte sind:
|
|||||||||||
|
2. Wirkung auf der Ebene der Körperreaktionen SelbstSicherheit hat mit Körperreaktionen auf Stress zu tun. Um im Ernstfall auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben ist es essentiell, sich schon in der Übungssituation mit Stressreaktionen vertraut zu machen. Wir arbeiten mit Stress, um folgende Ziele zu erreichen:
Das direkte Üben unter Stress kann schon in wenigen Kursstunden eine tiefgreifende Änderung von Reflexmustern bewirken. Dies ist wichtig in Bezug auf die Handlungsfähigkeit in realen Notsituationen. Es hat aber auch einen Einfluss auf den Umgang mit alltäglichen Konflikten, da über die körperliche Erfahrung eingeschliffene Reaktionsmuster durchbrochen werden können. Ausführlichere Information über die Arbeit mit dem Stresssystem und den Bezug der Methode von IMPACT SelbstSicherheit zur Psychotraumatologie ist in der Arbeit «Dass auch ich Rechte habe, habe ich über den Körper begriffen, und nicht weil es mir gesagt wurde» nachzulesen, die im Rahmen einer Weiterbildung in Intervention und Prävention bei sexueller Gewalt an der Universität Zürich von Adriana Burgstaller verfasst wurde. |
Zum Seitenanfang | ||||||||||
![]() |
|||||||||||
|
3. Lernen unter Mitwirkung von Emotionen Grenzüberschreitungen lösen Emotionen aus. Es ist ein wichtiger Bestandteil unserer Methode, Emotionen zu aktivieren und die Vorteile des emotionalen Lernens zu nutzen. Ohne die Mitwirkung der Emotionsareale des Gehirns wäre ein nachhaltiger Lerneffekte in so kurzer Trainingszeit nicht möglich. |
Zum Seitenanfang | ||||||||||
|
4. Theorie-Inputs für die kognitive Einbettung Unser Modell umfasst fünf Stufen zur Einteilung von menschlichen Interaktionen. Den Stufen sind Farben zugeordnet:
Wir nutzen diese fünf Stufen, um unterschiedliche Themen aufzugreifen. |
|||||||||||
|
Entspannungsmodell zu Selbst - Sicherheit
Aktivierungskurve
Individuelle Betroffenheit
Je nach Kursformat und Zusammensetzung der Kursgruppe setzten wir unterschiedliche Schwerpunkte in der Wahl der Modelle und der Betonung unterschiedlicher Elemente innerhalb der Modelle. |
![]() |
||||||||||
|
5. Zugrundeliegende Werthaltung Die Werthaltung von IMPACT SelbstSicherheit konstituiert sich aus einem humanistischen Menschenbild und einem ressourcenorientierten Ansatz: Die Methoden richten sich nach dem Prinzip der Salutogenese und stärken die positiven Lösungsstrategien der Teilnehmenden. Sie fördern die SelbstSicherheit, indem die Teilnehmenden sich als handlungsfähig wahrnehmen und sich als handelnde Person (auch in Momenten der Bedrohung) erfahren können. Empowerment und Selbstwirksamkeit Das IMPACT-Training kann als Teil eines Empowermentprozesses angesehen werden und fördert die Selbstwirksamkeitsüberzeuzung nachhaltig. Durch das Stresstraining lenken die TrainerInnen die Teilnehmenden dort hin, wo eigene Kraft und Handlungsfähigkeit erfahrbar wird. Beim Coaching verhalten sich die Trainerinnen unterstützend aber im Hintergrund. Der Trainer verhält sich in der Angreiferrolle so, dass er das Potenzial der Zielperson so optimal wie möglich ausschöpft. Seine Provokationen sind darauf ausgerichtet, den nächsten Lernschritt möglich zu machen; maximal zu fordern ohne zu überfordern. |
Zum Seitenanfang | ||||||||||
![]() |
Zum Seitenanfang | ||||||||||
|
6. IMPACT für Kinder Die Kinderkurse bei IMPACT SelbstSicherheit beruhen im Prinzip auf denselben Grundlagen wie die Kurse für Erwachsene. Wichtig ist uns in diesen Kursen zusätzlich:
Wir verzichten darauf, den Kindern Angst zu machen, arbeiten ressourcenorientiert und bauen auf den individuellen Stärken der Kinder auf. |
Zum Seitenanfang | ||||||||||
|
7. Vertiefende Artikel Die Methode von IMPACT SelbstSicherheit wurde von verschiedenen Strömungen beeinflusst. Eine starke Verbindung besteht zur Integrativen Körperpsychotherapie (www.ibp-institut.ch). Burgstaller, Adriana (2008). «Dass auch ich Rechte habe, habe ich über den Körper begriffen, und nicht weil es mir gesagt wurde.» – Selbstverteidigung (mit der Methode von IMPACT SelbstSicherheit, Zürich) als therapiebegleitendes Angebot im Gebiet der Psychotraumatologie. Zertifikatsarbeit CAS Intervention und Prävention bei sexueller Gewalt, Universität Zürich. Burgstaller, Adriana (2008). «Interview Eva Tocci» – Ein Gespräch mit einer Kursteilnehmerin über ihre Erfahrungen mit Gewalt in der Kindheit und die Rolle von IMPACT SelbstSicherheit in der Verarbeitung. Susanne Hablützel, in Zusammenarbeit mit Isabelle Lendvai (2003). Wie SelbstSicherheit die Gesundheit fördert: ein Grundlagenbuch über IMPACT SelbstSicherheit Scheuner, Sonja (2002). Weniger Depressivität durch schlagende Erfahrungen? Selbstverteidigung für Frauen am Beispiel der IMPACT-Methode [...]. Lizentiatsarbeit des Instituts für Psychologie, Universität Bern. Gerber, Daniela (2001). Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Frauen: zur Wirkung der „Full-Force“-Selbstverteidigung auf den Selbstwert [...] von IMPACT-Kursabsolventinnen. Lizentiatsarbeit des Instituts für Psychologie, Universität Bern.
|
Zum Seitenanfang | ||||||||||